
Wer führt eigentlich das Gespräch, wenn jemand nach Krankheit zurückkommt?
Die Frage tauchte auf, als ich die Unterlagen für ein Führungskräftetraining durchgearbeitet habe.
Die Teamleitung? Die Abteilungsleitung?
Und gilt das für alle Unternehmensbereiche?
Eine klare Antwort fand sich nicht.
Was ich in vielen Unternehmen im Mittelstand sehe: Rückkehrgespräch, BEM und Fehlzeitengespräch laufen durcheinander. Und wenn niemand weiß, wer zuständig ist, führt es oft keiner.
📜 Das BEM ist Pflicht. Ist jemand innerhalb eines Jahres länger als sechs Wochen am Stück oder wiederholt arbeitsunfähig, muss der Arbeitgeber ein BEM anbieten. Es läuft nur mit Zustimmung der betroffenen Person (§ 167 Abs. 2 SGB IX). Seit diesem Sommer zählt dort auch die teilweise Arbeitsunfähigkeit mit.
📊 Das Angebot kommt oft nicht an. In einer repräsentativen Befragung gaben nur 45,7 % der Beschäftigten mit mindestens 31 Krankheitstagen an, ein BEM-Angebot bekommen zu haben (Bühne et al., 2022).
🤝 Das Rückkehrgespräch ist etwas anderes. Aus meiner Sicht ist es ein Führungsinstrument: kurz, zugewandt, nach jeder längeren Abwesenheit. Willkommen zurück. Was ist liegen geblieben? Was brauchst du jetzt?
Dass früher Kontakt wirkt, ist gut belegt: Kontakt vom Arbeitsplatz aus und angepasste Arbeit verkürzen Ausfallzeiten, zumindest bei Muskel-Skelett-Beschwerden und Schmerzen (Franche et al., 2005).
🪑 Worum es im Kern geht: Eine Seite, die drei Fragen beantwortet.
1. Wer führt welches Gespräch?
2. Ab wann und mit welchem Ziel?
3. Was darf die Teamleitung selbst zusagen, und was gibt sie an Abteilungsleitung oder HR ab?
Das klingt nach wenig.
In meinen Projekten erlebe ich, dass genau diese Klarheit Teamleitungen die Sicherheit gibt, das Gespräch überhaupt zu führen.
Wer führt bei euch das BEM-Gespräch? Und wer das Rückkehrgespräch?
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Quellen Bühne, D., Alles, T., Hetzel, C. amp; Mozdzanowski, M. (2022). Umsetzung des betrieblichen Eingliederungsmanagements. ASU, 57, 46–52. doi:10.17147/asu-1-161095 Franche, R.-L. et al. (2005). Workplace-based return-to-work interventions: a systematic review of the quantitative literature. Journal of Occupational Rehabilitation, 15(4), 607–631. doi:10.1007/s10926-005-8038-8 § 167 SGB IX: Link


